Es war ein einsamer verregneter Herbsttag, Jan Rossa saß in seinem Ledersessel und nippte gemütlich an seinem Weinglas, als er sich die Frage stellte...
So ungefähr könnte die Geschichte von "Chemie - die stimmt!" begonnen haben. Wie sie genau begann weiß nur noch er. Was die Öffentlichkeit jedoch weiß, ist dass im Jahre 2001 Mitglieder vom Förderverein Chemie - Olympiade mit ein paar engagierten Lehrern aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beschlossen, einen Vorbereitungswettbewerb zur IChO zu gründen. Die Idee war einfach. Es gab schon eine klassenstufenunbegrenzte Olympiade, bei der naturgegebenermaßen vor Allem Schüler aus den letzten beiden Schuljahren teilnahmen. Das Interesse bei den jüngeren Schülern war zwar groß, jedoch waren diese meist noch nicht erfahren genug, um im Wettberwerb der Großen mitzumischen.
So verpasste sich eine kleine Gruppe von (im positivsten Sinne) "Verrückten" freiwillig eine neue Vollzeitbeschäftigung. Man reiste von Land zu Land, von Minister zu Minister, hier noch ein Sponsorengespräch, da noch jemanden überzeugen und schlussendlich erblickte die Olympiade das Licht der Welt. Von da an war alles die reinste Erfolgsstorie. Die Teilnehmerzahlen wuchsen beständig, die Medienresonanz stieg und als damaligen Höhepunkt erhielt Jan im Jahre 2004 mit dem Erich-Glowatzky-Preis einen hochdotierten Preis, der an junge Sachsen verliehen wird, "die durch herausragende Leistungen oder eine besondere Tat zu Vorbildern für die junge Generation geworden sind und sich somit um das Ansehen des Freistaates verdient gemacht haben".
Im Jahre 2005 kam es zu einer wesentlichen Expansion. Vom Gedanken beflügelt und der stetig wachsenden Helferzahl bestärkt, kam es zu einer Erweiterung des Wettbewerbs auf die Länder Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Die ersten beiden Runden fanden erstmals auch in diesen Ländern statt und im Mai 2006 trafen sich alle gemeinsam mit den Siegern der Brandenburger Landesolympiade in Merseburg zur großen Finalrunde. Im folgenden Jahr schon wurde Schleswig-Holstein mit ins Boot geholt und die neuen Länder trugen erstmal gemeinsam mit Brandenburg im GKSS Geesthacht eine Nordfinalrunde aus. Die Südfinalrunde blieb weiterhin fest in der Hand der Fachhochschule Merseburg.
Mittlerweile können in den "alten" Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auch Schüler der 8. Klasse an den ersten beiden Runden teilnehmen. Hamburg ist bereits in die Nordrunde mit eingestiegen, im Schuljahr 2011/12 wird erstmals der Versuch gestartet, auch Bremen und Niedersachsen mit einzubeziehen. Dafür sorgt mittlerweile eine große Gruppe von Helfern - hauptsächlich engagierte Lehrer und ehemalige Teilnehmer - aus Leibeskräften, um den Wettbewerb "Chemie - die stimmt!" Jahr für Jahr wieder zu einem Erfolg zu machen.
André Dorsch (erst Teilnehmer, dann Mithelfer)
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